Wallonische Region, Saint-Hubert 4 Schlafplätze, 1 Schlafzimmer, (neu)
Versteckt in der belgischen Provinz Luxemburg liegt Saint-Hubert, eine kleine wallonische Stadt mitten im Herzen der Ardennen, etwa 130 km südöstlich von Brüssel und rund 65 km von Namur entfernt. Die Gemeinde erstreckt sich über beeindruckende 111 km², hat aber weniger als 6.000 Einwohner. Damit gehört sie zu den am dünnsten besiedelten Gegenden in BE. Auf etwa 435 Metern Höhe über dem Meeresspiegel gelegen, erhebt sich das umliegende Massif de Saint-Hubert bis auf 588 Meter und ist damit der sechsthöchste Punkt des Landes. Wenn du einen Glamping-Trip suchst, bei dem du tief in die Natur eintauchst und trotzdem gut erreichbar bleibst, ist Saint-Hubert kaum zu toppen.
La Grande Foret de Saint-Hubert ist eines der größten Waldgebiete Belgiens und erstreckt sich über rund 100.000 Hektar. Etwa die Hälfte davon ist dichter Wald, die andere Hälfte besteht aus Mooren, offenen Ebenen, Heidelandschaften und Bachtälern. Mehr als die Hälfte des Waldes ist mit Laubbäumen bedeckt, was zu jeder Jahreszeit ein anderes Bild schafft. In diesem riesigen grünen Gebiet finden Rothirsche, Wildschweine, Rehe und sogar seltene Arten wie der violette Feuerfalter einen Rückzugsort. Für Glamping-Gäste heißt das: Aufwachen mitten in einer Wildnis, die die meisten nur aus Dokus kennen.
Weil Saint-Hubert auf einem der höheren Plateaus Belgiens liegt, fühlt sich die Luft hier deutlich frischer und klarer an als im Tiefland. Im Winter kann es schneien, und die Langlaufloipen von Hurtebise nahe des Flugfelds öffnen bei Kälte tatsächlich. Die Sommer bleiben angenehm mild. Das macht Saint-Hubert zu einem Glamping-Ziel für das ganze Jahr, mit einem Charakter, der sich je nach Saison stark verändert.
Kaum jemand weiß, dass Pierre-Joseph Redoute, einer der berühmtesten botanischen Illustratoren aller Zeiten, 1759 in Saint-Hubert geboren wurde. Er wurde als der Raphael der Blumen bekannt und war Hofmaler von Marie Antoinette sowie später von Kaiserin Joséphine Bonaparte. Er schuf über 2.100 veröffentlichte Tafeln mit mehr als 1.800 Pflanzenarten. Sein Meisterwerk Les Roses (1817-1824) gilt bis heute als eines der bedeutendsten botanischen Werke überhaupt. Ein kleines Museum in der Rue Redoute in Saint-Hubert würdigt sein Leben.
Eine Tatsache, die fast jeden überrascht: Das Gefängnis von Saint-Hubert hält mehr als 200 Kühe und produziert regelmäßig Milchprodukte, vor allem Käse. Produkte aus dieser lokalen Gefängnisproduktion zu probieren, ist für neugierige Foodies ein unerwartet spannendes Erlebnis.
Nur eine kurze Autofahrt von Saint-Hubert entfernt liegt das winzige Dorf Redu mit etwa 400 Einwohnern, aber mehr als 15 Buchläden. Zwei davon sind auf englischsprachige Titel spezialisiert. Zu Ostern lockt ein großer Second-Hand-Büchermarkt tausende Besucher an, und im August bleiben zur Nacht der Bücher die Läden bis spät geöffnet, mit Lesungen, Lagerfeuern und Aufführungen.
In Fourneau Saint-Michel, etwa 8 km von Saint-Hubert entfernt, befindet sich das Eisenmuseum mit dem einzigen noch erhaltenen Holzkohle-Hochofen Belgiens an seinem ursprünglichen Standort. Daneben zeigt das Freilichtmuseum des ländlichen Lebens das wallonische Dorfleben des 19. und frühen 20. Jahrhunderts mit rund 50 originalgetreu wiederaufgebauten Gebäuden auf einem Gelände von etwa 100 Hektar.
Saint-Hubert verdankt seinen Namen Hubert von Lüttich, einem Adligen aus dem 7. Jahrhundert. Der Legende nach begegnete er bei der Jagd in den Ardennen an einem kirchlichen Feiertag einem prächtigen Hirsch mit einem leuchtenden Kruzifix zwischen dem Geweih. Dieses Erlebnis bekehrte ihn. Er verzichtete auf seinen Reichtum, wurde Priester und später Bischof von Lüttich. Seine Gebeine wurden im Jahr 825 in die örtliche Benediktinerabtei überführt, was den Ort zu einem bedeutenden Wallfahrtsziel machte. Die Abtei Saint-Hubert, offiziell Abtei Saint-Pierre en Ardenne, wurde bereits 687 gegründet und gehört zu den ältesten Klosteranlagen der Region. Die ehemalige Abteikirche ist heute eine Basilika minor und wurde 2016 als außergewöhnliches Denkmal eingestuft.
Bis heute werden am Fest des heiligen Hubertus am 3. November und während der Hubertoises am ersten Septemberwochenende Tiere vor der Basilika gesegnet, begleitet vom eindringlichen Klang der Jagdhörner auf dem Platz.
Saint-Hubert ist kein Ort, der laut um Aufmerksamkeit buhlt. Er gewinnt dich leise mit seinen endlosen Wäldern, seiner jahrhundertealten Geschichte, überraschenden Kulturschätzen und einer beeindruckenden Tierwelt. Ob für ein langes Wochenende oder eine ganze Woche, ein Glamping hier bringt dich direkt an eines der lohnendsten Naturgebiete Belgiens. Buche jetzt dein Glamping und tausche den Lärm des Alltags gegen das Rufen der Hirsche im alten Wald.